Gemeinschaft der Gemeinden Alsdorf

Impuls zu Papst Johannes XXIII., dessen Fest die Kirche am 11. Oktober feiert

"Giovanni, nimm dich nicht so wichtig"

Papst Johannes XXIII (c) Wikipedia
Papst Johannes XXIII
Datum:
Fr. 8. Okt. 2021
Von:
Bärbel Schumacher

das ist ein berühmter Satz von Papst Johannes XXIII..

Der Satz stammt aus einer Geschichte, die Papst Johannes einem jungen Bischof erzählte, der wegen der Last seines Amtes nicht mehr schlafen konnte. „Mein Sohn“, sagte er zu dem jungen Bischof, „als ich zum Papst gewählt wurde, bin ich erschrocken vor der Würde dieses Amtes, und ich konnte eine Zeitlang überhaupt nicht mehr schlafen. Einmal bin ich aber doch kurz eingenickt, da erschien mir ein Engel im Traum, und ich erzählte ihm meine Not. Daraufhin sagte der Engel: 'Giovanni, nimm dich nicht so wichtig'. Seitdem kann ich wunderbar schlafen.*

Man kann es sich richtig vorstellen, wie dieser kleine korpulente Mann mit den gütigen Augen und dem Schalk im Nacken dem jungen Bischof diese Geschichte erzählt hat.

Es zog sich wie ein roter Faden durch sein Leben, dass Johannes XXIII.  die Zeichen der Zeit erkannte. Er sah in der Wirklichkeit auch immer einen Fingerzeig Gottes.

Johannes sah die Zeichen der Zeit nicht als Bedrohung an, sondern als Herausforderung, die Dinge anzupacken.

Das Evangelium, und den Auftrag Jesu, Menschenfischer zu werden, hat er sich zu eigen gemacht. Petrus war einer der ersten vier Apostel, die von Jesus berufen wurden.  Dieser Petrus, der Jesus verleugnet hat, als es darauf ankam.

Jesus hat genau diesen Petrus erwählt, den, der ihn drei Mal verleugnet hat, und diesem Petrus hat er drei Mal die Chance gegeben zu sagen: Ja, ich liebe dich. Ich halte zu dir.  Weide meine Lämmer – das hat sich Johannes XXIII. ebenso zu eigen gemacht, und er hat das immer wieder in die heutige Zeit übersetzt.

In einem Buch über Johannes XXIII. heißt es schon 1964:  Gott schickt Menschen wie Papst Johannes nicht, damit man Bücher über sie schreibt, sondern weil es uns danach unmöglich ist, weiter so zu leben und zu denken, als hätte er nicht unter uns gelebt.

Dass sich viele Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche mit der Kirche – oder vor allem auch mit ihrem „Bodenpersonal“ schwer tun, das hat gute Gründe. Das, was wir feiern, und das, was wir leben, klafft oft meilenweit auseinander.

Davor sollten wir auch nicht die Augen verschließen und vor allem auch nichts schönreden.

Alles sehen, vieles übersehen, manches anmahnen“, auch das war ein Leitsatz von Papst Johannes XXIII.. Vielleicht sollten wir uns auch das zu eigen machen. Wenn jemand mit diesem Lebensmotto die Kirche auf gute Wege geführt hat, dann brauch ich mir selbst keine Sorgen zu machen, wenn nicht alles 100 oder 1000prozentig ist. Viel wichtiger ist es doch, dass wir einander Hirte oder Hirtin im ganz konkreten Leben sind. Dass wir schauen, wo jemand neben uns gute Weide braucht und wie die Weide und die Wasserstelle aussehen. 

Sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen und trotzdem vieles in Gang zu setzen. Das konnte Papst Johannes XXIII., weil er Gott und auch anderen Menschen etwas zu traute.  Weil er darauf vertraute, dass jeder und jede in Gottes Plan einen Platz hat, weil er seinen eigenen Beitrag als Teil eines großen Ganzen ansah. 
Danke Giovanni, dein Beispiel hilft uns, sich abzumühen und trotzdem gut zu schlafen.