Gemeinschaft der Gemeinden Alsdorf

Impuls zum Dreifaltigkeitssonntag, 30. Mai 2021

Evangelium (Mt 28, 16-20)

beten (c) www.pixabay.com
beten
Datum:
Fr. 28. Mai 2021
Von:
B. Schumacher

Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.

Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel.

Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.

Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

 

Liebe Schwestern und Brüder,

das Kreuzzeichen begegnet uns immer wieder:

bei unserer Taufe, wenn wir beten, wenn wir Gottesdienst feiern, wenn wir in die Kirche kommen, wenn wir ein Brot anschneiden, wenn wir vor dem Evangelium drei Kreuze auf Stirn, Mund und Herz zeichnen, wenn wir den Segen empfangen.

Das Kreuzeichen verbindet Himmel und Erde, Gott wird Mensch in seinem Sohn, es verbindet uns mit Gott und mit den Menschen neben uns.

Aber so viel wir auch von Gott hören und über ihn nachdenken: Gott ist immer größer als alle unsere Gedanken und mehr als alles, was wir uns ausdenken können.

Das kann man mit der folgenden Geschichte vergleichen:
Es war einmal in einem fernen Land ein König.

Eines Tages ließ er drei blinde Bettler zu sich rufen und sagte:

„Derjenige von euch, der mir am besten diesen Elefanten hier beschreiben kann, bekommt einen großen Edelstein.“

Der erste blinde Bettler tastete das Bein des Elefanten ab und rief:

„Ein Elefant ist wie ein Baumstamm!“

Der zweite blinde Bettler fasste den Schwanz an und rief:
„Ein Elefant ist wie ein Seil!“

Der dritte blinde Bettler ergriff das Ohr und rief:

„Nein, ein Elefant fühlt sich an wie ein Palmenblatt!“

Die drei blinden Bettler begannen, sich darüber zu streiten, wie denn nun wirklich ein Elefant aussieht. Da alle drei auf ihre Weise Recht hatten, schenkte der König jedem einen Edelstein.

So ähnlich ist das auch bei uns. Manchmal sind wir wie die blinden Bettler.

Wir hören oder wir erfahren immer nur einen Teil von Gott. Selbst schlaue Theologen und Wissenschaftler machen sich viele Gedanken, und jeder hat mit seinen Gedanken auch recht, aber immer können wir mit unseren Gedanken und Worten Gott nicht ganz erfassen, sondern nur einen Teil. So sind wir alle „blinde Bettler“.

Der Dreifaltigkeitssonntag will uns daran erinnern. Wir sprechen von Gott Vater (oder Mutter), von seinem Sohn Jesus Christus und vom Heiligen Geist – und doch ist Gott alles in einem und auf einmal.

Gott ist immer größer als all das, was wir in den Blick nehmen und was wir glauben, verstanden zu haben.

Bärbel Schumacher

 

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